Spiele und Puzzles für Senioren mit Demenz: große Teile, klare Regeln

Ein Spiel, das zu schwer ist, endet in Frust. Eines, das offensichtlich für Kinder gemacht ist, endet in Kränkung. Dazwischen liegt ein schmaler Bereich: Aufgaben, die zu schaffen sind und trotzdem ernst genommen werden. Genau darum geht es bei Spielen für Menschen mit nachlassendem Gedächtnis – nicht um Training, sondern um gelungene Momente.

Das Wichtigste in Kürze

  • Große Teile: Puzzle mit wenigen, großen Teilen lassen sich auch mit steifen Fingern legen
  • Große Zahlen und Symbole: Spielkarten im XL-Format bleiben bei nachlassender Sehkraft lesbar
  • Wenige Regeln: Alles, was länger als zwei Sätze zu erklären ist, wird nicht gespielt
  • Erwachsene Motive: Landschaften, Tiere, Stillleben – keine Comicfiguren
  • Kein Wettbewerb: Gewinnen und Verlieren ist zweitrangig. Zusammen etwas tun ist der Zweck

Was Spiele leisten – und was sie nicht leisten

Man liest häufig, Gedächtnisspiele würden eine Demenz aufhalten. Das ist nach dem, was belastbar bekannt ist, nicht der Fall: Der Verlauf einer Demenzerkrankung lässt sich durch Puzzles und Kartenspiele nicht verändern. Wer mit dieser Erwartung anfängt, wird enttäuscht – und überträgt die Enttäuschung leicht auf den Menschen, der spielt.

Was Spiele tatsächlich bewirken, ist trotzdem viel wert. Sie strukturieren einen Nachmittag, sie geben Anlass zu Gesprächen, und sie schaffen Erfolgserlebnisse in einem Alltag, in dem vieles nicht mehr gelingt. Wichtig ist deshalb, die Schwierigkeit nach unten anzupassen, sobald es hakt: lieber ein Puzzle mit weniger Teilen als eines, das liegen bleibt. Und wenn heute nichts geht, geht heute nichts.

Fünf Spiele mit großen Teilen und klaren Regeln

Ravensburger Puzzle mit 200 großen Teilen

Ravensburger Puzzle mit 200 großen Teilen

Puzzle mit vergrößerten Teilen und einem ruhigen Landschaftsmotiv. Zweihundert Teile sind für viele bereits zu viel – man kann es aber teilen und nur einen Abschnitt vorlegen. Das Motiv ist erwachsen gehalten, was hier wichtiger ist als die Teilezahl.

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scriptum Senioren-Memory mit 24 extra großen Karten

scriptum Senioren-Memory mit 24 extra großen Karten

Memory mit Karten von sieben mal sieben Zentimetern. Die Kartengröße löst zwei Probleme zugleich: Sie ist gut sichtbar und lässt sich auch mit unsicheren Fingern aufnehmen. Vierundzwanzig Karten ergeben zwölf Paare – eine Menge, die überschaubar bleibt.

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Spielkarten mit besonders großen Zahlen, 2 Sets

Spielkarten mit besonders großen Zahlen, 2 Sets

Skat- oder Romméblatt mit vergrößerten Symbolen. Für Menschen, die ihr Leben lang Karten gespielt haben, ist das oft das Spiel, das am längsten funktioniert: Die Regeln sitzen tief, nur das Erkennen der Karten war zuletzt das Hindernis.

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Farb-Legespiel mit Steckbrett

Farb-Legespiel mit Steckbrett

Legespiel, bei dem Farbmuster nachgelegt werden. Es kommt ohne Sprache und ohne Regelerklärung aus – man sieht am Brett, was zu tun ist. Damit eignet es sich auch dann noch, wenn Erklärungen nicht mehr ankommen.

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Buch mit Beschäftigungsideen für Senioren mit Demenz

Buch mit Beschäftigungsideen für Senioren mit Demenz

Sammlung einfacher Übungen und Spielideen für Angehörige und Betreuende. Der eigentliche Nutzen liegt weniger in den einzelnen Aufgaben als darin, dass man nicht jeden Nachmittag neu überlegen muss, was man anbieten könnte.

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Worauf Sie beim Kauf achten sollten

  • Teilezahl notfalls halbieren: Ein Puzzle lässt sich in Abschnitten vorlegen – das rettet viele Nachmittage
  • Kartengröße statt Kartenzahl: Große Karten sind wichtiger als ein großer Kartensatz
  • Matte Oberflächen: Glänzende Karten und Puzzleteile spiegeln und sind bei Sehschwäche schlechter erkennbar
  • Keine Kindermotive: Comicfiguren und Kinderfarben werden als herabsetzend empfunden – zu Recht
  • Griffigkeit: Dicke Pappe oder Kunststoff lässt sich vom Tisch aufnehmen, dünnes Papier nicht

Gibt es dafür Unterstützung?

Spiele und Bücher werden von der Pflegekasse nicht bezahlt. Wer einen Pflegegrad hat, sollte aber den Entlastungsbetrag nach Paragraf 45b SGB XI kennen: Er steht monatlich für anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag zur Verfügung, etwa Betreuungsgruppen. Solche Gruppen bieten genau das, was zu Hause schwer zu leisten ist – Beschäftigung in Gesellschaft, angeleitet von Menschen, die dafür ausgebildet sind.

Viele Familien lassen diesen Betrag ungenutzt verfallen. Die Pflegeberatung nach Paragraf 7a SGB XI ist kostenlos und sagt Ihnen, welche Angebote in Ihrer Nähe anerkannt sind.

Unser Fazit

Setzen Sie auf das, was vertraut ist. Wer immer Karten gespielt hat, spielt mit großen Karten am längsten weiter. Wer gern gepuzzelt hat, kommt mit großen Teilen und einem ruhigen Motiv weit. Passen Sie die Schwierigkeit nach unten an, sobald es hakt, und erwarten Sie keinen Trainingseffekt – der Gewinn liegt in der gemeinsamen Stunde, nicht im Ergebnis.

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