Nägel schneiden gehört zu den Aufgaben, die im Pflegealltag lange aufgeschoben werden. Man kommt nicht mehr an die Füße, die Nägel sind hart geworden, die Schere zittert – und so wächst ein Problem heran, das irgendwann das Gehen behindert oder eine Wunde verursacht.
Das Wichtigste in Kürze
- Langstiel-Knipser: erreicht die Zehen, ohne dass man sich bücken muss
- Gebogene Nagelschere: folgt der Nagelform und rutscht weniger ab
- Glasfeile statt Knipser: bei brüchigen Nägeln schonender
- Elektrisches Set: feilt statt zu schneiden – die sicherste Methode bei zittrigen Händen
- Bei Diabetes: Fußpflege gehört in fachkundige Hände – medizinische Fußpflege kann verordnet werden
Der wichtigste Punkt zuerst: Diabetes und Durchblutungsstörungen
Wer an Diabetes leidet und an den Füßen weniger spürt, darf sich die Zehennägel nicht auf gut Glück selbst schneiden. Eine kleine Verletzung wird nicht bemerkt, heilt schlecht und kann sich zu einem ernsten Problem entwickeln. Dasselbe gilt bei arterieller Durchblutungsstörung und bei Menschen unter starker Blutverdünnung.
In diesen Fällen ist die podologische Behandlung – die medizinische Fußpflege – der richtige Weg. Sie kann bei entsprechender Indikation ärztlich verordnet und von der Krankenkasse übernommen werden, insbesondere beim diabetischen Fußsyndrom. Fragen Sie in der Hausarztpraxis danach; viele Betroffene wissen nicht, dass es diesen Anspruch gibt und bezahlen die Fußpflege selbst.
Für alle anderen gilt: Nägel nach dem Baden schneiden, wenn sie weich sind, gerade abschneiden statt rund, Kanten feilen statt tief einzuschneiden.
Fünf Helfer für Hände und Füße
Nagelknipser mit 40 Zentimeter langem Stiel und Lupe
Gebogene Nagelschere aus Edelstahl
Glasnagelfeilen, 3er-Set
Beurer Nagelpflegeset, elektrisch
Handcreme mit 5 Prozent Urea, parfümfrei
Worauf Sie achten sollten
- Nach dem Baden schneiden: weiche Nägel splittern nicht
- Gerade schneiden: runde Ecken begünstigen eingewachsene Nägel
- Gutes Licht: Die meisten Verletzungen entstehen, weil man nicht genau sieht, wo man schneidet
- Werkzeug desinfizieren: besonders, wenn mehrere Personen dieselben Geräte benutzen
- Nicht in der Hornhaut schneiden: Hornhaut wird gefeilt, nicht mit Klinge oder Hobel entfernt
Eincremen als Zuwendung
Hände eincremen ist mehr als Hautpflege. Es ist eine der wenigen Berührungen im Pflegealltag, die nicht funktional sind – also nicht dem Waschen, Anziehen oder Umlagern dienen. Bei Menschen mit fortgeschrittener Demenz, die kaum noch sprechen, ist das oft die verlässlichste Form von Kontakt, die bleibt.
Nehmen Sie sich dafür ein paar Minuten und machen Sie es nicht nebenbei. Beobachten Sie dabei die Haut: Rötungen an Fingerzwischenräumen, rissige Nagelfalze, Pilzbefall an den Zehennägeln. Solche Dinge fallen beim Eincremen auf, bevor sie zum Problem werden.
Unser Fazit
Bei Diabetes oder Durchblutungsstörungen führt der Weg über die podologische Praxis, und die Verordnung ist der Punkt, nach dem Sie fragen sollten. Für alle anderen ist der Langstiel-Knipser mit Lupe die Anschaffung, die Selbstständigkeit am längsten erhält. Bei brüchigen Nägeln und zittrigen Händen ist Feilen dem Schneiden vorzuziehen – mit der Glasfeile oder elektrisch. Und die Handcreme gehört dazu, nicht als Kosmetik, sondern als Teil der Hautpflege.
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