Augentropfen zu verabreichen sieht einfach aus und ist es nicht. Der Kopf muss nach hinten, das Lid mit einer Hand heruntergezogen, die Flasche mit der anderen ruhig über dem Auge gehalten werden – und der Tropfen soll ins Auge fallen, nicht auf die Wange. Bei Glaukom müssen diese Tropfen jeden Tag zuverlässig ankommen, sonst schreitet die Erkrankung fort.
Das Wichtigste in Kürze
- Eintropfhilfen: führen die Flasche über dem Auge und ersetzen die ruhige Hand
- Im Liegen tropfen: oft leichter als im Sitzen – der Kopf muss nicht gehalten werden
- Lidhygiene: bei verkrusteten Lidrändern morgens sinnvoll, aber schonend
- Ein Tropfen genügt: Mehr passt nicht ins Auge und läuft nur heraus
- Wichtig: Welche Tropfen die richtigen sind, entscheidet die Augenarztpraxis – nicht der Onlinehandel
Wie das Eintropfen zuverlässig gelingt
Waschen Sie zuerst die Hände. Legen Sie die Person hin oder lehnen Sie den Kopf an eine Kopfstütze, ziehen Sie das Unterlid leicht nach unten, sodass eine kleine Tasche entsteht, und lassen Sie den Tropfen dort hineinfallen – nicht direkt auf die Hornhaut. Die Flaschenspitze darf Auge und Wimpern nicht berühren, sonst wird die Lösung keimbelastet.
Danach das Auge schließen, aber nicht zusammenkneifen, und für ein bis zwei Minuten mit dem Finger sanft den inneren Augenwinkel drücken. Das verhindert, dass der Wirkstoff über den Tränenkanal abfließt – bei Glaukomtropfen ist das keine Feinheit, sondern erhöht die Wirkung deutlich und verringert Nebenwirkungen.
Werden mehrere Präparate verwendet, sollten zwischen den Tropfen einige Minuten liegen, sonst spült das zweite das erste heraus. Salben kommen zum Schluss.
Vier Hilfen rund um Augen und Lider
Eintropfhilfe für Augentropfen
Augenspray zur Lidrandpflege, ohne Duftstoffe
Reinigungstücher für die Augenlider
Augenwanne aus Silikon zum Ausspülen
Worauf Sie achten sollten
- Anbruchdatum notieren: Augentropfen sind nach dem Öffnen nur begrenzt haltbar – Datum auf die Flasche schreiben
- Flasche nie berühren lassen: Kontakt mit Auge oder Wimpern macht die Lösung unsteril
- Nicht teilen: Jede Person braucht ihre eigene Flasche, auch in derselben Familie
- Kühlung beachten: Manche Präparate gehören in den Kühlschrank – steht in der Packungsbeilage
- Reihenfolge einhalten: zwischen verschiedenen Tropfen einige Minuten warten, Salben zuletzt
Warum Regelmäßigkeit hier so wichtig ist
Beim Glaukom – dem grünen Star – senken die Tropfen den Augeninnendruck. Sie heilen nichts, sondern verhindern, dass der Sehnerv weiter geschädigt wird. Der bereits eingetretene Schaden ist nicht rückgängig zu machen. Genau deshalb ist die tägliche, zuverlässige Anwendung entscheidend, und genau deshalb ist eine Eintropfhilfe mehr als ein Komfortartikel.
Wenn das Eintropfen dauerhaft nicht selbst gelingt, gehört es in den Pflegeplan – der Pflegedienst kann es im Rahmen der Behandlungspflege übernehmen, wenn es ärztlich verordnet ist. Sprechen Sie das an, statt darauf zu hoffen, dass es irgendwie klappt.
Und: Nachlassendes Sehen ist im Alter nicht einfach normal. Grauer Star ist gut operabel, Makuladegeneration und Glaukom brauchen regelmäßige Kontrolle. Ein jährlicher Termin in der Augenarztpraxis gehört dazu, auch wenn nichts wehtut.
Unser Fazit
Die Eintropfhilfe ist die eine Anschaffung, die aus einer täglichen Anstrengung eine Handlung von zehn Sekunden macht – vorausgesetzt, sie passt auf die verwendete Flasche. Lidrandpflege ist sinnvoll, wenn morgens Krusten da sind, aber schonend und nicht mit Seife. Und alles, was über Pflege hinausgeht – Rötung, Schmerz, plötzliche Sehverschlechterung – gehört am selben Tag zur Augenärztin.
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