Aufstehen aus dem Bett: Bettgriff, Bettleiter und Galgen

Aus dem Bett zu kommen ist eine Bewegung aus mehreren Teilen: auf die Seite drehen, die Beine über die Kante schwingen, den Oberkörper aufrichten, aufstehen. Fällt ein Teil aus, blockiert die ganze Kette. Und wer morgens nicht allein aus dem Bett kommt, wartet – auf den Pflegedienst, auf Angehörige, auf irgendwen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bettgriff: gibt eine feste Stelle zum Ziehen und Abstützen an der Bettkante
  • Bettleiter: Strickleiter zum Aufrichten des Oberkörpers – wenige Euro, große Wirkung
  • Bettgalgen: hilft beim Aufrichten und Umlagern, braucht aber Kraft in den Armen
  • Betthöhe: Die Füße müssen im Sitzen flach auf dem Boden stehen
  • Pflegebett: ist ein Hilfsmittel und kann bei entsprechender Notwendigkeit verordnet werden

Die Betthöhe entscheidet mehr als jedes Zubehör

Bevor Sie Hilfsmittel anschaffen, messen Sie: Wenn jemand auf der Bettkante sitzt, sollten die Füße flach auf dem Boden stehen und die Knie etwa im rechten Winkel sein. Ist das Bett zu niedrig, muss beim Aufstehen der ganze Körper angehoben werden – das schaffen viele nicht mehr. Ist es zu hoch, rutscht man beim Hinsetzen hinunter.

Ein zu niedriges Bett lässt sich mit Bettfüßen oder Erhöhern anheben, ein zu weiches ist ein eigenes Problem: In einer durchgelegenen Matratze versinkt man, und aus einer Kuhle kommt niemand von allein hoch. Eine festere Matratze ist manchmal die wirksamere Anschaffung als jeder Griff.

Wenn Aufstehen und Umlagern dauerhaft nicht mehr gehen, ist das Pflegebett das Thema. Es ist ein Hilfsmittel und wird bei entsprechender Notwendigkeit von der Kranken- oder Pflegekasse gestellt – oft als Leihgerät. Sprechen Sie mit dem Pflegedienst oder der Hausarztpraxis darüber, statt teures Zubehör für ein ungeeignetes Bett zu kaufen.

Fünf Hilfen rund ums Bett

Bettgriff als Aufstehhilfe

Bettgriff als Aufstehhilfe

Griff, der zwischen Matratze und Lattenrost geklemmt wird und an der Bettkante steht. Er gibt genau das, was fehlt: eine feste Stelle zum Ziehen. Prüfen Sie die Klemmung an Ihrem Bett – bei sehr weichen Matratzen oder Boxspringbetten sitzt sie oft nicht fest genug.

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Aufstehhilfe mit Seitenschutz fürs Bett

Aufstehhilfe mit Seitenschutz fürs Bett

Kombination aus Haltegriff und niedrigem Seitenteil. Sie hilft beim Aufstehen und verhindert gleichzeitig, dass jemand im Schlaf zu weit an die Kante rutscht. Wichtig zur Einordnung: Ein niedriger Aufstehbügel ist kein Bettgitter – ein Gitter, das das Verlassen des Bettes verhindert, ist eine freiheitsentziehende Maßnahme und braucht eine rechtliche Grundlage.

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Bettleiter zum Aufrichten, verstellbar

Bettleiter zum Aufrichten, verstellbar

Strickleiter, die am Bettende befestigt wird. Man zieht sich Sprosse für Sprosse hoch, statt den Oberkörper mit der Bauchmuskulatur aufzurichten. Die günstigste Hilfe auf dieser Liste und für viele die wirksamste – sie ersetzt die Bewegung, die als Erstes verloren geht.

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Freistehender Bettgalgen mit zwei Griffen

Freistehender Bettgalgen mit zwei Griffen

Galgen, der neben dem Bett steht und nicht am Bettrahmen montiert werden muss. Er hilft beim Aufrichten und beim Umlagern. Voraussetzung ist Kraft in Armen und Schultern – wer die nicht mehr hat, dem nützt er nichts, und dann sind Transferhilfen der richtige Weg.

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Betttisch auf Rollen, höhenverstellbar

Betttisch auf Rollen, höhenverstellbar

Tisch, der über das Bett geschoben wird. Er gehört in diesen Zusammenhang, weil er den Alltag im Bett organisiert: Getränk, Brille, Telefon und Notruf in Reichweite. Was in Reichweite steht, muss nicht durch Aufstehen geholt werden – und genau diese ungeplanten Aufstehversuche führen zu Stürzen.

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Worauf Sie achten sollten

  • Belastbarkeit realistisch lesen: Die Angabe gilt für ruhiges Halten, nicht für ruckartiges Ziehen
  • Klemmung am eigenen Bett testen: Boxspring und Polsterbetten passen oft nicht
  • Nichts als Bettgitter zweckentfremden: Wer eingesperrt wird, klettert – und stürzt aus größerer Höhe
  • Feste Matratzenkante: Ohne stabile Kante rutscht man beim Hinsetzen ab
  • Weg zum Bad frei halten: Der Griff nützt nichts, wenn direkt danach ein Teppich liegt

Was die Kasse übernimmt

Ein Pflegebett ist ein Hilfsmittel und wird bei entsprechender Notwendigkeit von der Kranken- oder Pflegekasse gestellt, häufig leihweise. Auch Bettgalgen und Aufrichthilfen sind im Hilfsmittelverzeichnis geführt und können ärztlich verordnet werden. Einfache Bettgriffe, Betttische und Betterhöher gelten dagegen meist als Gebrauchsgegenstände und werden selbst bezahlt.

Der beste Weg führt über den Pflegedienst oder das Sanitätshaus, weil dort bekannt ist, was in Ihrer Situation verordnungsfähig ist. Kaufen Sie nicht vorher – eine nachträgliche Erstattung ist die Ausnahme.

Unser Fazit

Prüfen Sie zuerst die Betthöhe und die Matratze; das ist kostenlos und wirkt oft mehr als jedes Zubehör. Danach ist die Bettleiter die günstigste sinnvolle Anschaffung, weil sie genau die Aufrichtbewegung ersetzt. Ein Bettgriff kommt dazu, wenn die Bettkante keinen Halt bietet. Und wenn Aufstehen und Umlagern dauerhaft nicht mehr funktionieren, ist das Gespräch über ein Pflegebett fällig, nicht der nächste Griff aus dem Onlinehandel.

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