Der Transfer vom Bett in den Rollstuhl ist die Bewegung, die pflegende Angehörige am häufigsten machen – und die, an der ihre Rücken kaputtgehen. Wer mehrmals täglich einen Menschen hebt, verletzt sich früher oder später. Und die Verletzung eines pflegenden Angehörigen ist im häuslichen Bereich der Anfang vom Ende der häuslichen Pflege.
Das Wichtigste in Kürze
- Nicht heben, sondern gleiten lassen: Das ist der Kern jeder Transfertechnik
- Rutschbrett: überbrückt die Lücke zwischen Bett und Rollstuhl
- Drehscheibe: für Menschen, die stehen können, aber die Füße nicht umsetzen
- Gleit- und Transfertuch: zum Umlagern im Bett, ohne zu ziehen
- Wichtig: Technik lernt man nicht aus einem Text – der Pflegekurs ist kostenlos
Der Kurs, den es kostenlos gibt
Pflegekassen sind verpflichtet, kostenlose Pflegekurse für Angehörige anzubieten, und sie müssen diese auf Wunsch auch in der häuslichen Umgebung durchführen. Dort wird genau das gezeigt, was hier nicht in Textform vermittelbar ist: wie man einen Menschen zur Seite dreht, ohne zu zerren, wie man das Gewicht verlagert, wo man anfasst und wo nicht.
Nehmen Sie das ernst, bevor Sie Hilfsmittel kaufen. Die richtige Technik entlastet mehr als jedes Gerät, und ein Rutschbrett falsch angewendet ist gefährlicher als gar keines. Fragen Sie bei Ihrer Pflegekasse nach – der Anspruch besteht unabhängig davon, ob ein Pflegedienst beteiligt ist.
Zwei Grundregeln, die überall gelten: Machen Sie nichts allein, was Sie sich nicht zutrauen, und kündigen Sie jeden Schritt an. Ein Mensch, der weiß, was gleich passiert, hilft mit, statt sich zu verspannen.
Fünf Transferhilfen
Rutschbrett für den Transfer
Drehscheibe für den Transfer, bis 150 Kilogramm
Transfertuch mit zwölf Griffen, 70 x 180 Zentimeter
Umlagerungshilfe mit acht Griffen, 86 x 132 Zentimeter
Transfergürtel mit sieben gepolsterten Griffen
Worauf Sie achten sollten
- Bremsen prüfen: Rollstuhl und Bett müssen fest stehen, bevor irgendetwas beginnt
- Höhen angleichen: Bett und Rollstuhl möglichst auf gleicher Höhe, sonst geht es bergauf
- Fußstützen wegklappen: Die häufigste Ursache für Schienbeinverletzungen beim Transfer
- Schuhe an: Barfuß oder in Socken rutscht der Fuß beim Aufstehen weg
- Niemals unter den Achseln greifen: Das kann die Schulter auskugeln, besonders nach einem Schlaganfall
Wann Hilfsmittel nicht mehr reichen
Wenn ein Mensch beim Transfer gar nicht mehr mitwirken kann, sind Brett und Gürtel die falschen Mittel. Dann ist ein Lifter das richtige Hilfsmittel – ein Gerät, das die Person mit einem Gurt anhebt. Lifter sind im Hilfsmittelverzeichnis geführt und können bei entsprechender Notwendigkeit von der Kranken- oder Pflegekasse gestellt werden, häufig leihweise.
Viele Familien versuchen es jahrelang ohne, aus Sorge vor dem Aufwand oder weil ein Lifter nach Klinik aussieht. Die Alternative ist aber nicht „ohne Lifter“, sondern ein Bandscheibenvorfall bei der pflegenden Person. Sprechen Sie darüber mit dem Pflegedienst, bevor etwas passiert.
Unser Fazit
Machen Sie zuerst den kostenlosen Pflegekurs – Technik schlägt Gerät. Danach richtet sich die Wahl nach dem, was noch möglich ist: Rutschbrett, wenn im Sitzen Halt da ist; Drehscheibe, wenn kurzes Stehen geht; Transfertuch für alles, was im Bett passiert. Der Transfergürtel ist eine Führungshilfe, kein Hebewerkzeug. Und wenn gar keine Mitwirkung mehr möglich ist, gehört ein Lifter beantragt.
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