Über die Jahre wächst in jedem Wohnzimmer ein Kabelknäuel: Fernseher, Receiver, Telefon, Stehlampe, Hörgeräteladeschale, Notrufgerät. Was daraus entsteht, sind zwei Risiken, die man selten zusammen denkt – eine Stolperfalle am Boden und eine überlastete Steckdose an der Wand.
Das Wichtigste in Kürze
- Kabel nie quer durch den Raum: an der Wand entlangführen, nicht über den Gehweg
- Kabelbrücken: wenn ein Kabel doch queren muss – flach und mit angeschrägter Kante
- Niemals unter dem Teppich: Dort wird das Kabel gequetscht und die Wärme staut sich
- Einzeln schaltbare Leisten: Geräte ausschalten, ohne den Stecker ziehen zu müssen
- Keine Leiste in die Leiste: Mehrfachsteckdosen dürfen nicht hintereinandergesteckt werden
Zwei Gefahren, ein Kabel
Die Stolpergefahr ist die offensichtliche. Ältere Menschen heben die Füße beim Gehen weniger hoch, und schon ein Kabel von wenigen Millimetern Höhe reicht, um hängenzubleiben. Ein Sturz im Wohnzimmer hat dabei häufig schwerere Folgen als ein Sturz draußen, weil es keine Zeugen gibt und Hilfe später kommt.
Die zweite Gefahr ist elektrisch. Steckdosenleisten, die ineinandergesteckt werden, überlasten die Zuleitung; Geräte mit hoher Leistung – Heizlüfter, Wasserkocher, Bügeleisen – gehören direkt in die Wandsteckdose und nicht an eine Leiste. Und ein Kabel unter dem Teppich verliert die Möglichkeit, seine Wärme abzugeben; genau so entstehen Schwelbrände, die niemand kommen sieht.
Beides lässt sich an einem Nachmittag beheben, und es kostet weniger als fast jede andere Sicherheitsmaßnahme in der Wohnung.
Fünf Helfer gegen Kabelchaos
Brennenstuhl Steckdosenleiste, einzeln schaltbar, 6-fach
Brennenstuhl Eco-Line mit Überspannungsschutz, 3-fach
Selbstklebender Kabelkanal für den Boden, 3 Meter
Kabelbrücke aus PVC, 4 Meter
Selbstklebende Kabelclips, 30 Stück
Worauf Sie achten sollten
- Angeschrägte Kanten: Ein Kanal mit senkrechter Kante ist selbst eine Stolperfalle
- Farbe: Ein Kanal, der sich vom Boden abhebt, wird gesehen – unsichtbar ist hier nicht das Ziel
- Keine Leiste an die Leiste: Mehrfachsteckdosen niemals hintereinanderstecken
- Hohe Leistung direkt in die Wand: Heizlüfter, Wasserkocher und Bügeleisen gehören nicht an eine Leiste
- Notrufgerät separat: Der Hausnotruf sollte an einer eigenen, nicht abschaltbaren Steckdose hängen
Der wichtigste Satz zum Hausnotruf
Wenn ein Hausnotrufgerät an einer schaltbaren Steckdosenleiste hängt, kann es mit einem Handgriff versehentlich ausgeschaltet werden – und niemand merkt es, bis es darauf ankommt. Dasselbe gilt für Router und Basisstationen, über die manche Systeme funken. Prüfen Sie das einmal konkret nach, es ist in vielen Wohnungen nicht bedacht.
Ein Hausnotruf kann bei entsprechenden Voraussetzungen als Hilfsmittel von der Pflegekasse bezuschusst werden. Wenn er da ist, sollte er auch verlässlich Strom haben.
Unser Fazit
Beginnen Sie mit den Kabelclips: Kabel an die Wand, weg vom Boden. Was danach noch queren muss, kommt in eine flache Brücke mit angeschrägten Kanten. Bei den Steckdosen gilt Reduzieren statt Erweitern – eine einzeln schaltbare Leiste in Reichweite, keine Kette aus Verlängerungen, und für Hausnotruf und Router eine eigene Steckdose, die niemand aus Versehen abschaltet.
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