Der Weg zur Toilette in der Nacht ist einer der gefährlichsten Wege überhaupt: dunkel, eilig, mit noch schlafenden Beinen und oft unter Zeitdruck. Ein erheblicher Teil der nächtlichen Stürze im häuslichen Umfeld passiert genau auf dieser Strecke. Wer den Weg verkürzt, senkt das Risiko sofort.
Das Wichtigste in Kürze
- Toilettenstuhl am Bett: verkürzt den Weg auf zwei Schritte
- Urinflasche: für Männer die einfachste Lösung, wenn Aufstehen nachts schwerfällt
- Steckbecken: für Menschen, die das Bett nicht mehr verlassen können
- Einlagebeutel: machen das Entleeren zumutbar – für beide Seiten
- Licht auf dem Weg: ein niedriges Orientierungslicht ist wichtiger als eine helle Deckenlampe
Bevor der Toilettenstuhl kommt: die Ursache prüfen
Häufiges nächtliches Wasserlassen ist nicht einfach Alter. Es kann an einer vergrößerten Prostata liegen, an einer Herzschwäche, an entwässernden Medikamenten, die abends eingenommen werden, an einer Blasenentzündung oder an unbehandeltem Diabetes. Vieles davon lässt sich behandeln oder zumindest verschieben – etwa indem ein Entwässerungsmittel morgens statt abends genommen wird.
Sprechen Sie das in der Hausarztpraxis an, bevor Sie das Schlafzimmer umbauen. Und trinken Sie nicht weniger, um nachts Ruhe zu haben: Zu wenig Flüssigkeit führt zu Verwirrtheit und Harnwegsinfekten, und die verschlimmern das Problem. Sinnvoller ist, die Trinkmenge auf den Tag vorzuverlegen.
Wenn ein Toilettenstuhl dann sinnvoll ist, sprechen Sie mit dem Pflegedienst oder der Hausarztpraxis darüber – Toilettenstühle sind Hilfsmittel und können bei entsprechender Notwendigkeit verordnet werden. Selbst kaufen ist der teurere Weg.
Vier Hilfen für die Nacht
Höhenverstellbarer Toilettenstuhl, klappbar
Urinflasche für Männer mit leuchtendem Deckel
Behrend Steckbecken aus Kunststoff mit Deckel
Toilettenbeutel mit saugfähigen Pads, 40 Stück
Worauf Sie achten sollten
- Sitzhöhe: Die Knie sollten im Sitzen etwa im rechten Winkel stehen – zu tief heißt: nicht mehr aufstehen können
- Standfestigkeit: Der Stuhl wird als Aufstehhilfe benutzt, ob man es will oder nicht. Er muss das aushalten
- Rollen mit Bremse oder gar keine Rollen: Ein Stuhl, der beim Hinsetzen wegrollt, ist gefährlich
- Belastbarkeit prüfen: Die Angabe gilt für ruhiges Sitzen, nicht für das Abstützen beim Aufstehen
- Reinigung: Herausnehmbarer Eimer mit Deckel und glatte Oberflächen – alles andere wird nicht sauber
Das Licht ist die halbe Miete
Ein Toilettenstuhl neben dem Bett hilft nur, wenn man ihn findet. Ein niedriges, warmes Orientierungslicht mit Bewegungsmelder ist deshalb die sinnvollste Ergänzung – nicht die Deckenlampe, die blendet und den Schlaf verscheucht. Achten Sie darauf, dass zwischen Bett und Stuhl nichts liegt: kein Teppichläufer, kein Kabel, keine Hausschuhe.
Und wenn nachts trotzdem der Weg ins Bad genommen wird: Ein durchgehend beleuchteter Weg mit Bewegungsmeldern ist eine der wirksamsten Sturzprophylaxen überhaupt, und er kostet wenig.
Unser Fazit
Klären Sie zuerst, warum jemand nachts mehrfach muss – das ist häufig behandelbar. Wenn der Weg dann kürzer werden soll, ist der Toilettenstuhl neben dem Bett die wirksamste Maßnahme, und er kann bei entsprechender Notwendigkeit verordnet werden. Für Männer ist die Urinflasche mit leuchtendem Deckel die unaufwendigste Variante. Und die Einlagebeutel sind der Grund, warum das Ganze im Alltag durchhaltbar bleibt.
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