Ein Sturz auf Glatteis endet im Alter selten mit einem blauen Fleck. Oberschenkelhalsbruch, Handgelenk, Beckenbruch – und danach oft Wochen ohne Selbstständigkeit. Gleichzeitig ist der Rückzug in die Wohnung keine Lösung: Wer den ganzen Winter nicht vor die Tür geht, verliert Muskelkraft und Gleichgewicht, und damit steigt das Sturzrisiko weiter.
Die Antwort liegt zwischen beidem: rausgehen, aber vorbereitet. Und zwar mit Ausrüstung, die tatsächlich angezogen wird, nicht mit der guten Absicht, vorsichtiger zu sein.
Was der Untergrund verlangt
Glatteis ist tückischer als Schnee, weil es nicht zu sehen ist. Besonders kritisch sind die Übergänge: vom geräumten Gehweg auf den nicht geräumten Hofbereich, aus dem Hauseingang auf die Stufe, an Bordsteinkanten und über Gullydeckel. Wer weiß, wo diese Stellen liegen, plant den Weg anders.
Für den Gang gilt: kleine Schritte, Fußsohle flach aufsetzen statt abrollen, Hände aus den Manteltaschen. Die Hände sind bei einem Sturz die Reflexbremse – in der Tasche fehlt sie, und dann schlägt Hüfte oder Kopf auf.
Zur Streupflicht: Als Mieter oder Eigentümer sind Sie in der Regel für den Gehweg vor dem Haus verantwortlich, üblicherweise werktags von sieben bis zwanzig Uhr. Die Details regeln die Gemeinden unterschiedlich; wer das nicht selbst leisten kann, sollte die Räumung schriftlich an Nachbarn, Angehörige oder einen Dienst übertragen.
Schuh-Spikes zum Überziehen
Eiskralle für Gehstock, klappbar
Winterstreu aus Splitt, 20 Kilogramm
Winterhandschuhe mit griffiger Beschichtung
Wiederaufladbare Stirnlampe
Unser Fazit
Spikes über die Schuhe, Eiskralle an den Stock, Splitt vor die Tür, Hände aus den Taschen, Licht auf den Weg. Diese fünf Punkte senken das Risiko deutlich mehr als der Vorsatz, langsamer zu gehen. Wer unsicher ist, verlegt Einkäufe auf die Mittagszeit, wenn der Frost nachgelassen hat – und bespricht mit der Hausärztin, ob Medikamente die Standsicherheit beeinflussen. Das ist ein häufiger und leicht übersehener Faktor.
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