Pflegekleidung mit Klettverschluss: anziehen ohne Anheben

Nach einer Hüft- oder Knieoperation, bei einem Gipsverband oder einer halbseitigen Lähmung wird eine normale Hose zum Hindernis. Sie muss über den Fuß, das Knie und die Hüfte – drei Gelenke, von denen mindestens eines nicht mitspielt. Kleidung mit Klettverschluss an der Seite umgeht das Problem: Sie wird nicht angezogen, sondern angelegt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Seitlicher Klettverschluss: Die Hose wird im Liegen oder Sitzen um das Bein gelegt, statt darübergezogen
  • Reißverschluss über die volle Länge: gleiche Wirkung, hält aber besser bei Bewegung
  • Kurzarm-Overalls: lassen Unterarm und Ellenbogen für Blutdruck und Zugänge frei
  • Patienten- und Pflegehemden: hinten offen, dadurch im Sitzen wechselbar
  • Wichtig: Nach einer Operation gelten oft Bewegungsverbote – die Kleidung muss dazu passen

Wofür sich welche Lösung eignet

Bei einer frischen Operation zählt vor allem, dass das betroffene Bein nicht angehoben und nicht über eine bestimmte Gradzahl gebeugt werden muss. Eine seitlich zu öffnende Hose erfüllt genau das. Sie ist meist nur für Wochen nötig, sollte aber in dieser Zeit unbedingt vorhanden sein – die Alternative ist, dass jemand täglich hilft.

Bei dauerhafter Einschränkung stellt sich die Frage anders. Dann geht es nicht um Wochen, sondern um Kleidung, die jeden Tag getragen wird und entsprechend aussehen soll. Adaptive Kleidung hat hier in den letzten Jahren deutlich aufgeholt: Modelle, die man als solche nicht erkennt, gibt es inzwischen. Fragen Sie im Sanitätshaus danach, das Angebot dort ist oft größer als der erste Eindruck vermuten lässt.

Fünf Kleidungsstücke mit Klett- und Reißverschluss

PINSPARK Reha-Hose für Damen mit seitlichem Klettverschluss

PINSPARK Reha-Hose für Damen mit seitlichem Klettverschluss

Jogginghose, die an beiden Seiten vollständig geöffnet werden kann. Sie lässt sich im Sitzen unterlegen und schließen, ohne dass ein Bein angehoben wird. Für die ersten Wochen nach einer Hüft-Operation ist das genau die Bauform, die gebraucht wird.

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Postoperative Shorts mit seitlichem Klettverschluss

Postoperative Shorts mit seitlichem Klettverschluss

Kurze Variante desselben Prinzips. Sie ist im Krankenhaus und in der Reha praktisch, weil Wunden, Drainagen und Verbände am Oberschenkel zugänglich bleiben, ohne dass die Hose ausgezogen werden muss.

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Sinleey Pflegeoverall mit kurzen Ärmeln und Reißverschluss

Sinleey Pflegeoverall mit kurzen Ärmeln und Reißverschluss

Einteiler mit durchgehendem Reißverschluss. Gegenüber Klettverschluss hat der Reißverschluss den Vorteil, dass er bei Bewegung nicht aufgeht und keine Fusseln im Klettband sammelt – ein Punkt, der nach einigen Wochen Waschmaschine spürbar wird.

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Suprima Pflegehemd für Herren

Suprima Pflegehemd für Herren

Hemd in klassischer Optik, das hinten geöffnet werden kann. Es ist für Männer gedacht, die tagsüber nicht in Schlafkleidung sitzen möchten. Der Unterschied zwischen Nachthemd und Hemd ist in der Wirkung nach außen größer, als es klingt.

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Clinotest Patientenhemd, kochfest

Clinotest Patientenhemd, kochfest

Schlichtes, hinten offenes Hemd zum Wechseln. Es ist bei 95 Grad waschbar, was es für Situationen mit häufiger Verschmutzung oder Infektionsgefahr geeignet macht. Als Dauerkleidung ist es zu klinisch – als Reserve im Schrank für schlechte Tage sinnvoll.

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Worauf Sie beim Kauf achten sollten

  • Klettband und Waschmaschine: Klett zieht Fusseln und verhakt sich in anderer Wäsche. Vor dem Waschen schließen oder ins Netz geben
  • Klett auf der Haut: Die harte Seite darf nicht innen liegen – bei dünner Haut scheuert sie schnell
  • Länge des Verschlusses: Nur ein durchgehender Verschluss löst das Problem. Halbhohe Öffnungen verlangen weiterhin das Anheben des Beins
  • Ärmellänge: Kurzarm für Blutdruckmessung und Zugänge, langarm gegen Frieren – im Zweifel beides im Schrank
  • Optik: Für den Tag Kleidung, die nicht nach Klinik aussieht. Das ist kein Luxus, sondern beeinflusst, ob jemand Besuch empfängt

Übernimmt die Kasse adaptive Kleidung?

Kleidung ist ein Gebrauchsgegenstand des täglichen Lebens und wird weder von der Kranken- noch von der Pflegekasse bezahlt – auch nicht, wenn sie ausdrücklich für Pflegesituationen gefertigt ist. Es gibt eng begrenzte Ausnahmen bei Kleidung, die untrennbar zu einem Hilfsmittel gehört, etwa bestimmte Zurichtungen bei Prothesenversorgung. Der Regelfall ist das nicht.

Für Menschen mit Behinderung kann im Einzelfall ein Mehrbedarf für Kleidung über die Sozialhilfe in Betracht kommen. Ob das zutrifft, klärt die zuständige Stelle, nicht der Onlinehandel.

Unser Fazit

Nach einer Operation ist die Rechnung einfach: Eine seitlich zu öffnende Hose kostet weniger als ein einziger zusätzlicher Pflegeeinsatz und macht das Anziehen wieder zur eigenen Sache. Bei dauerhaftem Bedarf lohnt es sich, in Optik und Verarbeitung zu investieren – und den Reißverschluss dem Klettband vorzuziehen, wenn die Kleidung täglich getragen und gewaschen wird.

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