Pflegenachthemd und Pflegeoverall: Kleidung bei Bettlägerigkeit

Wer überwiegend im Bett liegt, wird angezogen, nicht selbst angezogen. Damit ändert sich, worauf es bei Kleidung ankommt: Nicht mehr die Frage, wie jemand hineinkommt, sondern wie viel Drehen, Anheben und Zerren nötig ist, bis das Kleidungsstück sitzt. Jede Bewegung weniger schont zwei Menschen gleichzeitig – die pflegebedürftige Person und den Rücken der pflegenden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Rückenverschluss: Das Kleidungsstück wird von vorn angelegt statt über den Kopf gezogen
  • Pflegeoverall: verhindert das Ausziehen durch die pflegebedürftige Person selbst – ein Eingriff, der gut begründet sein muss
  • Kurze Ärmel: erleichtern die Körperpflege und das Anlegen von Verbänden
  • Jersey statt Frottee: glattes Material gleitet auf der Matratze, raues bleibt hängen
  • Grundsatz: Pflegekleidung ist kein Ersatz für Zuwendung und keine Lösung für Unruhe

Wann Pflegekleidung sinnvoll ist – und wann nicht

Nachthemden mit offenem Rücken und Bodys mit Rückenreißverschluss haben einen klaren, praktischen Zweck: Sie machen den Wechsel im Liegen möglich, ohne dass jemand mehrfach auf die Seite gedreht werden muss. Wer schon einmal einen Pullover über den Kopf eines Menschen gezogen hat, der die Arme nicht mehr selbst hebt, weiß, warum das ein Unterschied ist.

Bei Overalls mit rückwärtigem Verschluss ist eine ehrliche Unterscheidung nötig. Sie erleichtern die Pflege – aber sie können auch dazu dienen, jemanden am Ausziehen oder am Zugriff auf Inkontinenzmaterial zu hindern. Das ist eine Einschränkung der Selbstbestimmung. Sie kann im Einzelfall vertretbar sein, gehört dann aber besprochen: mit der betroffenen Person, mit Angehörigen, mit dem Pflegedienst, und bei Betreuung auch mit der rechtlichen Betreuung. Als stille Standardlösung ist sie nicht in Ordnung.

Fünf Kleidungsstücke für die Pflege im Bett

4Care Pflegenachthemd mit offenem Rücken

4Care Pflegenachthemd mit offenem Rücken

Nachthemd aus Jersey, das von vorn angelegt und im Rücken geschlossen wird. Der Wechsel gelingt, ohne die Arme über den Kopf zu führen. Jersey ist hier bewusst gewählt: Das Material gleitet auf dem Laken, statt sich beim Umlagern aufzurollen.

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MEDIFASHION Damen-Nachthemd, langarm

MEDIFASHION Damen-Nachthemd, langarm

Langärmelige Variante für Menschen, die schnell frieren – ein häufiges Thema bei geringer Bewegung und niedrigem Körpergewicht. Bei der Auswahl lohnt der Blick auf die Ärmelweite: Enge Bündchen erschweren das Anziehen erheblich.

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SUPRIMA Pflegebody mit Rückenreißverschluss

SUPRIMA Pflegebody mit Rückenreißverschluss

Body mit kurzem Arm und Reißverschluss im Rücken. Er sitzt eng am Körper, rutscht nicht hoch und macht das Umlagern einfacher. Gleichzeitig gilt hier, was oben steht: Ein Body, der von der tragenden Person nicht selbst geöffnet werden kann, ist eine Einschränkung und braucht eine Begründung.

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Eulervate Pflegeoverall mit kurzem Arm

Eulervate Pflegeoverall mit kurzem Arm

Einteiler in Schlafanzugform. Der Vorteil im Pflegealltag liegt darin, dass Oberteil und Hose nicht getrennt gerichtet werden müssen – ein Handgriff weniger bei jedem Wechsel. Kurze Ärmel lassen den Unterarm frei, was bei Blutdruckmessung und Verbänden zählt.

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Normann Care Pflegeoverall mit langem Bein

Normann Care Pflegeoverall mit langem Bein

Variante mit langem Bein für kühlere Räume und für Menschen, die nachts die Decke wegschieben. Beim Kauf sollte die Länge zur Körpergröße passen: Ein zu langer Einteiler wirft Falten unter dem Rücken, und Falten sind bei Bettlägerigkeit eine der Ursachen für wunde Stellen.

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Worauf Sie beim Kauf achten sollten

  • Waschtemperatur: In der Pflege fällt viel Wäsche an. 60 Grad sollten das Minimum sein, kochfest ist besser
  • Keine Knöpfe oder Nähte im Rücken: Alles, was drückt, kann bei Bettlägerigkeit zu wunden Stellen führen
  • Falten vermeiden: Die Größe sollte passen, nicht großzügig sein – überschüssiger Stoff schiebt sich unter den Rücken
  • Reißverschluss mit Abdeckung: Metall auf Haut ist kalt und kann scheuern
  • Trockner: Wer zwei- bis dreimal täglich wechselt, braucht Wäsche, die schnell wieder einsatzbereit ist

Zahlt die Pflegekasse Pflegekleidung?

Kleidung zählt zu den Gebrauchsgegenständen des täglichen Lebens und wird von der Pflegekasse nicht erstattet, auch nicht in Form spezieller Pflegehemden oder Overalls. Übernommen werden dagegen zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel wie Einmalhandschuhe oder Bettschutzeinlagen: Bei anerkanntem Pflegegrad steht dafür ein monatlicher Betrag zur Verfügung, den viele Familien nicht ausschöpfen.

Wenn Kleidung wegen Inkontinenz häufig gewechselt werden muss, lohnt außerdem das Gespräch mit dem Pflegedienst über die Versorgung mit Inkontinenzmaterial – das ist ein eigener Anspruch über die Krankenkasse und hängt an einer ärztlichen Verordnung.

Unser Fazit

Für die meisten Situationen ist ein Nachthemd mit Rückenverschluss die beste erste Anschaffung: Es löst das Kernproblem – anziehen im Liegen – ohne die Selbstbestimmung einzuschränken. Overalls und Bodys mit rückwärtigem Verschluss sind praktisch, greifen aber weiter in die Selbstständigkeit ein. Setzen Sie sie bewusst ein, sprechen Sie darüber, und prüfen Sie regelmäßig, ob der Grund noch besteht.

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