Ein unterfahrbarer Waschtisch ist eine der wichtigsten Maßnahmen für ein barrierefreies Bad. Er ermöglicht Rollstuhlfahrern und Menschen, die sitzend waschen müssen, das Händewaschen und die Körperpflege am Waschbecken mit Würde und Selbstständigkeit. Wir erklären, worauf es bei einem unterfahrbaren Waschtisch ankommt und welche ergänzenden Produkte das barrierefreie Bad vervollständigen.
Das Wichtigste in Kürze
- Freier Knieraum: Ein unterfahrbarer Waschtisch muss mindestens 67 cm Kniefreiheit unter der Beckenunterkante bieten, damit ein Rollstuhl darunterfahren kann.
- Wandhängendes Modell: Wandhängende Waschtische lassen sich in beliebiger Höhe montieren und hinterlassen unten vollständigen Freiraum für den Rollstuhl.
- Sifon-Schutz: Der Sifon und die Rohre müssen so verlegt sein, dass Knie und Beine nicht daran anstoßen – spezielle Sifons oder isolierte Rohre sind erforderlich.
- Pflegekasse-Zuschuss: Umbaumaßnahmen für barrierefreie Waschbecken können von der Pflegekasse bezuschusst werden – bis zu 4.000 Euro.
Unsere Empfehlungen
Raumsparsiphon für Waschtisch – Unterfahrbar mit flachem Ablauf
Haltegriff L-Form für Waschbecken und Bad
Antirutschmatte Bad – Für Boden und Einstiegsbereiche
Worauf sollten Sie beim Kauf achten?
- Norm DIN 18040: Die DIN 18040 definiert die Anforderungen an barrierefreie Sanitärräume. Ein unterfahrbarer Waschtisch muss gemäß dieser Norm mindestens 67 cm Kniefreiheit bieten.
- Montagehöhe: Die Oberkante des Waschtisches sollte für Rollstuhlfahrer zwischen 80 und 85 cm über dem Boden liegen.
- Rohr-Isolierung: Beim unterfahrbaren Waschtisch muss der Abfluss und Zulauf so verlegt oder isoliert werden, dass es keine Verbrennungsgefahr durch heiße Rohre für empfindliche Kniebereiche gibt.
- Armaturenregelung: Einhebel-Mischbatterien und Thermostat-Armaturen sind für barrierefreie Waschtische ideal – einfache Bedienung mit einer Hand.
- Fachbetrieb beauftragen: Der Einbau eines unterfahrbaren Waschtisches erfordert Sanitärarbeiten und sollte von einem erfahrenen Fachbetrieb mit Kenntnissen barrierefreies Bauen durchgeführt werden.
- Förderung beantragen: Der Umbau kann von der Pflegekasse (bis 4.000 Euro), KfW-Programmen und kommunalen Förderprogrammen bezuschusst werden.
Häufige Fragen (FAQ)
Was kostet ein unterfahrbarer Waschtisch?
Ein einfaches wandhängendes Waschbecken kostet zwischen 100 und 400 Euro. Mit Montage, Umbau der Zu- und Abläufe und einem kompakten Siphon kommen weitere 500–1.500 Euro Handwerkerkosten dazu. Bei Pflegegrad kann die Pflegekasse bis zu 4.000 Euro als Zuschuss gewähren.
Kann man ein normales Waschbecken unterfahrbar machen?
In vielen Fällen ja – wenn das Waschbecken ausgetauscht oder höher montiert wird und ein kompakter Raumspar-Siphon installiert wird. Vorhandene Rohre müssen dabei ggf. umverlegt oder isoliert werden. Eine Fachberatung durch einen Sanitärbetrieb ist empfehlenswert.
Muss der Vermieter einem barrierefreien Umbau zustimmen?
Als Mieter haben Sie das Recht, auf eigene Kosten behindertengerechte Umbaumaßnahmen vorzunehmen, wenn Sie einen triftigen Grund haben (z.B. Behinderung, Pflegegrad). Der Vermieter kann verlangen, dass der Umbau beim Auszug rückgängig gemacht wird. Klären Sie dies vorab schriftlich mit dem Vermieter.
Welche Armatur eignet sich für einen barrierefreien Waschtisch?
Empfehlenswert sind Einhebel-Mischbatterien (einarmige Steuerung für Temperatur und Menge) oder Thermostatarmaturen, die auf eine einstellbare Maximaltemperatur begrenzt sind. So ist das Waschen mit einer Hand möglich, und Verbrühungen werden verhindert.
Unser Fazit
Ein unterfahrbarer Waschtisch ist eine wichtige Voraussetzung für selbstständige Körperpflege für Rollstuhlfahrer und Senioren, die sitzend waschen müssen. Der Umbau erfordert fachkundige Planung, zahlt sich aber durch die gewonnene Selbstständigkeit und Würde mehrfach aus. Nutzen Sie alle verfügbaren Förderprogramme und lassen Sie sich von einem erfahrenen Sanitärbetrieb beraten.
* Affiliate-Links: Beim Kauf über diese Links erhalten wir eine kleine Provision – für Sie entstehen keine Mehrkosten.


